[LXQt] Die kleinen Helferlein

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Tools by Royalty Free (cc-by-2.0, Quelle: Flickr)

So ein Desktop ist ja auch erst wirklich ein Desktop, wenn er mehr stellt als nur den Fenstermanager und das Panel. Er hat viele kleine Helferlein, die seinen Benutzern das Leben erleichtern. Das ist nicht nur der Dateimanager, sondern auch – oder gerade – solche Sachen wie ein Bildbetrachtungsprogramm, ein Terminal oder ein Editor.

Und um meine Emanzipation von Plasma voranzutreiben, habe ich am Wochenende angefangen all diese Helferlein zu suchen. Und ich kann ehrlich sagen, dass man sich ein bisschen wie Alice im Kaninchenbau fühlt.

Denn eine passende Alternative macht nicht nur den Job, sondern wird auch noch aktiv entwickelt und nutzt Qt5 (oder soll in naher Zukunft drauf umgestellt werden). So etwas erfährt man nur auf der Seite des Programms. Und ich kann euch sagen: Software-Entwickler sind keine Web-Entwickler. Nein, wirklich nicht!

Aber bevor ich mich wieder aufrege und rummeckere, dass dieses 90er Jahre Design wirklich niemand mehr sehen will (Hugo Pereira Da Costa, I’m looking at you!), wechsele ich lieber das Thema, zumindest teilweise…

Also, was braucht man, um einen vollständigen Desktop zu haben? Nun, eine harte Definition gibt es meines Wissens nicht. Und war mir auch nicht wichtig. Für mich gehören folgende Programme dazu: Dateimanager, Bildbetrachter, Dokumentenbetrachter, Packprogramm, Editor und ein Terminal.

Leider hat LXQt nicht in jeder Kategorie einen offiziellen Kandidaten.

Der Dateimanager

Ok, das war einfach: LXQt liefert schon PCManFM-Qt mit. Man muss ihn nur noch installieren. ;) Bei openSUSE liegt der logischerweise mit im LXQt-Repo.

Der Bildbetrachter

Das war schon nicht mehr ganz so einfach. LXQt hat zwar mit der Qt-Variante von LXImage einen passenden Kandidaten, aber der zeigt bei GIFs nur den 1. Frame. Und der Bugreport macht nicht den Eindruck, als würde das in naher Zukunft gelöst. Deshalb habe ich mit PhotoQt momentan noch einen zweiten Betrachter installiert. Ich bleibe allerdings auf der Suche nach einem Bildbetrachtungsprogramm, dass schlank ist und GIFs abspielt.

Dokumentenbetrachter

Screenshot von qpdfview

Screenshot von qpdfview

Zumindest für mich gilt in der Praxis: Dokument = pdf. In der Theorie gibt es andere Formate, aber in der Praxis sind die irrelevant. Daher habe ich auch nur nach einem PDF Anzeiger gesucht. Gefunden habe ich qpdfview und das ist genau das, was ich erwartet habe: Wenig GUI, viel angezeigte pdf.

Packprogramm

Kurz: Gibt es nicht. Es gibt keine Qt-basierende Alternative zu Ark. Ich nahm dann, was im LXQt-Repo lag: XArchiver, ein Klassiker. Nachteil: Nutzt Gtk+. In der Not frisst der Teufel Fliegen.

Editor

Screenshot von Qedit

Screenshot von Qedit

Man sollte glauben, dass bei der Masse an Editoren für Linux sollte der doch kein Problem sein. Denkste, Puppe! Es stellte sich heraus, dass KatePart und die darauf basierenden Programme Kate und KWrite einfach alles platt drücken. Nach einer verwirrenden Suche entschied ich mich vorerst für Qedit. Aber ganz glücklich bin ich noch nicht damit. Privat reicht mir der. Beruflich bleibe ich bei Kate. Kate löst die Dinge einfach besser als Qedit.

Terminal

Das war wieder einfach. Ich hatte aber auch inzwischen das OBS Repo QtDesktop gefunden. Und da liegt QTerminal. Das gibt es sogar als Dropdown-Terminal, aber solange das keine Transparenz beherrscht, ist das keine Konkurrenz zu Yakuake. Schade eigentlich, aber nicht schlimm.

Fazit

Gefunden habe ich mehr oder weniger, was ich gesucht habe. Ich bin zufrieden, auch wenn es nicht ideal ist. Das Problem ist schlicht, dass KDE mit Plasma alles im Qt Bereich platt drückt. Aber es bessert sich. Es ist nicht mehr so schlimm, wie zu den Zeiten als LXQt noch razor-qt hieß. Damals gab es keine nennenswerten Alternativen zu den KDE Programmen. Man darf also gespannt in die Zukunft schauen.

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