GOG Galaxy: Das Indy-Steam

Das Spieleportal gog.com hat seine eigene Vertriebssoftware namens GOG Galaxy angekündigt. Und das kommt mit einer ganzen Wagenladung an Funktionen: One-Click-Install, automatische Updates, Multiplayer, Achievements, Statistiken, Chats, undundund. Die gute Nachricht: Es ist alles optional. Die Schlechte: Kein Mensch will GOG Galaxy.

Ok, das muss man den nicht zockenden Menschen erklären. Es im PC Spiele Bereich fast genauso viele Distributionssysteme wie es Linux Distributionen gibt. Wir haben Steam (Valve), Origin (EA), Uplay (Ubisoft), BattleNet (Blizzard), das Ding von Microsoft (den Namen habe ich verdrängt), ua. Selbst Rockstar Games haben so ein Ding. Und die haben mit GTA nur ein Spiel auf Lager.

Aber es geht noch besser. Diese eigentlich gut gemeinten Dinger sind pflicht, wenn man das entsprechende Spiel spielen will. Wer also Battlefield, Witcher III, Diablo III und GTA V installiert hat, hat ganz nebenbei auch Origin, Steam, BattleNet und den Rockstar Social Club installiert.

Meiner Erfahrung nach wird diese Masse an Distributionssystemen als notwendiges Übel wahrgenommen. Man nimmt es hin, wie man bei einem Kinofilm horrende Preise und lange Schlangen hinnimmt. Aber glücklich ist darüber keiner.

Und so ist in der aktuellen Situation das Versprechen, dass alles optional sei, wahrscheinlich das größte Gegenargument von GOG Galaxy. Selbst ich als Linux-Gamer habe schon 3 dieser Verkaufsplattformen: Steam, BattleNet und Desura. Und jetzt noch GOG Galaxy? Na, ich weiß nicht.

Das Traurige ist, dass ich die Beweggründe von gog.com nachvollziehen kann: einfacheres verteilen von Updates, bessere Kundenbindung, mehr Komfort für Kunden (Das Ding hat auch kommunikative Funktionen), …

Das einzige Feature, dass ihnen ein paar User bringen dürfte, ist die Cross-Play-Funktion. Die erlaubt es, dass man mit Steam Usern zusammenspielen kann. Und das ist für diejenigen interessant, die Steam, aus welchen Gründen auch immer, nicht nutzen mögen. Der Rest hat eh schon Steam installiert.

Und das beschreibt dann wahrscheinlich auch die Zielgruppe. GOG Galaxy richtet sich vermutlich eben nicht an den durchschnittlichen PC Gamer. Es richtet sich an diejenigen, die ein bisschen Idealismus haben und deshalb Branchenprimus Steam nur ungern oder gar nicht nutzen. Es ist (oder soll sein) quasi eine independent Version von Steam.

Das wäre schön, wenn sich ein zweites und unabhängiges Shop-System neben Steam etablieren könnte. Und es wäre auch schön, wenn dieses System uns Spielern einiger der Rechte zurück geben würde, die wir eigentlich schon hatten, wie z.B. das Recht auf eine Sicherungskopie. Aber:

Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

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