openSUSE und die Supportzeiträume

"gecko" by Robert cc-by-2.0

„gecko“ by Robert cc-by-2.0

Manche Vorteile einer Distribution erschließen sich nicht auf den ersten Blick. Bei openSUSE zum Beispiel hat man mehrere Varianten der Update-Politik zur Auswahl.

Wenn man das kommerzielle SELD ausklammert, dann reicht das von den Evergreen-Zweig mit langen Supportzeitraum a la Debian/CentOS/ubuntu LTS über die normale Releases bis hin zu Rolling Release Tumbleweed.

Ich finde das fantastisch und nervtötend zugleich. Es ist fantastisch, weil für jeden etwas dabei ist. Und es ist nervtötend, weil ich mich nicht entscheiden kann. Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen Spezialfälle, denn ich schwanke zwischen Evergreen und Tumbleweed.

Für Evergreen spricht, dass ich ein stabiles System hätte. Stabil heißt in diesem Zusammenhang „ändert sich nicht“. Das würde bedeuten, dass ich es 1 mal einrichte und dann jahrelang laufen lassen könnte, ohne mich groß zu kümmern. Und seien wir ehrlich: Von den ~1200 Paketen, die ich hier installiert habe, interessiert mich die Version bei vielleicht 200-300. Der Rest muss einfach funktionieren.

Das Problem sind diese ~300 Pakete. Deren Version interessiert mich nämlich brennend. „Wann willst du die neuste Version des Plasma Desktops haben?“ „Wie wäre es mit gestern?“ So ungefähr…

Mit Tumbleweed wäre das kein Problem. Als Bonus wäre auch alle anderen Pakete aktuell. Und ein weiterer Bonus wäre, dass ich mir keine Gedanken um Upgrades und Supportzeiträume machen müsste. Das ist schon sehr angenehm.

Die Nachteile liegen leider auf der Hand. Zum einem könnte ich die Updates nicht im Hintergrund durch laufen lassen. Ich müsste mich manuell darum kümmern. Und das müsste ich auch regelmäßig machen, vermutlich alle 2-3 Tage. Zum anderen weiß ich nicht, wie gut Tumbleweed mit dem proprietären AMD Treiber funktioniert.

Nehmen wir einmal an, dass der AMD Treiber nicht das Problem ist. Dann lässt sich das Ganze auf eine Frage reduzieren, ob ich meine Updates im Hintergrund automatisch installiert haben will oder ob ich mich manuell darum kümmern möchte. Oder noch kürzer: Was will ich? Und ganz ehrlich: Ich weiß es nicht.

In solchen Momenten wird mir eins der Design-Konzepte von Windows klar. Der gemeine User macht sich über so etwas keine Gedanken und er will es auch gar nicht. Warum sollte man ihm also die Entscheidung überlassen.

In der Praxis ist das natürlich nicht so einfach. Momentan hat man als Windows User dann doch eine Wahlmöglichkeit: Windows 7 oder Windows 8(.1). Aber im Vergleich zu openSUSE ist das dann doch eher harmlos.

Ja, das Leben als Windows-User wäre leichter, aber auch langweiliger. Und wer will das schon?

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