Btrfs & ich

„It’s called Butter FS or B-tree FS, but all the cool kids say Butter FS“
Valerie Henson

Wie lange ich schon privat auf Btrfs setze, musste ich gerade selbst nachgucken. Laut Wikipedia führte Fedora mit Version 12 Btrfs ein. Ich weiß, dass ich ein Release nach der ersten Verfügbarkeit auf Btrfs umgestellt habe. Das wäre dann Fedora 13 „Goddard“ gewesen. Das erschien im Mai 2010. Ich feiere also bald mein 4jähriges Btrfs-Jubiläum.

So instabil wie manche sagen, kann Btrfs also nicht sein. Für mich funktioniert Btrfs gut. Dateien habe ich auch noch keine verloren. Und wenn doch, dann ist es mir nicht aufgefallen. Die können also nicht wichtig gewesen sein.

Warum ich damals umgestiegen bin, kann ich gar nicht so genau sagen. So wie ich mich kenne, hatte das wahrscheinlich 2 Gründe:

  1. Es war/ist neu.
  2. Jeder, der wusste/weiß, was er macht, sagte: „Mach das nicht. Btrfs ist nicht stabil.“

Jepp, ich hatte schon immer einen Hang dazu Dinge zu tun, die man besser nicht machen sollte. Darunter fällt auch die Piraten zu wählen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes mal erzählt werden…

Mittlerweilen möchte ich Btrfs nicht mehr missen. Für mich ist es das beste Dateisystem. Ich mag die Snapshot Funktion oder die Möglichkeit Raids einzurichten und (natürlich) die Subvolumes.

Wobei ich letzteres gar nicht wirklich nutze. Der Grund dafür ist einfach. Ich fahre hier ein Fedora, dass ich seit Fedora 11 nicht neuinstalliert habe. Die damaligen ext3-Partitionen habe ich schlicht umgewandelt und Btrfs kannte noch keine Subvolumes. Und, um ehrlich zu sein, das nagt ein wenig an mir. Anstelle von 2 Btrfs Partitionen (home und root) hätte ich lieber 1 Partition und 2, besser noch 3, Subvolumes: /, /home und Media (das passend in die Verzeichnisse ~/Video und ~/Musik gemountet). Ich überlege in schöner Regelmäßigkeit das dementsprechend umzustellen.

Aber dann fällt mir wieder ein, warum ich das noch nicht gemacht habe. Der Hauptgrund ist, dass ich neu installieren müsste. Und diese Vorstellung finde ich gruselig. Seit Fedora 11 habe ich mein Hauptsystem nicht mehr neuinstalliert. Und ich habe mittlerweilen die komplette Hardware ausgetauscht. Und jetzt neuinstallieren, nur um Subvolumes zu haben? Nicht wirklich.

Also bleibe ich bei meiner Btrfs-Konfiguration und lächele jedes Mal still vor mich hin, wenn jemand sagt: „Btrfs ist nicht stabil. Nutzt das nicht.“. Im Enterprise Bereich ist das richtig. Aber ich bin Enduser und für mich funktioniert Btrfs genauso gut wie ext4. Eigentlich sogar noch besser.

Und was du, lieber Leser, aus dieser „Opa erzählt vom Krieg“ Geschichte mitnehmen kannst? Wenn du überlegst auf Btrfs umzusteigen, dann soll das hier dir zeigen, dass es nicht der Abltraum ist, zu dem manche Btrfs machen wollen. Wenn es die behauptete Filesystem-Hölle ist, dann ist es verdammt cool hier.

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